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Von Feedback zu Feedforward

Feedbackgespräche zwischen Mitarbeitenden und Führungskraft sind häufig eine frustrierende Erfahrung. Nicht nur für den Feedback-Empfänger, weil zumeist auf Defizite fokussiert wird, sondern auch für den Sender, den die Resultate häufig enttäuschen. Die Feedforward-Methode soll Abhilfe schaffen.

Die Forschung zeigt, dass bei ca. 38% der Mitarbeitenden das Feedback die eigene Leistung mindert, anstatt einen positiven Effekt zu erzielen. Um dies zu umgehen hat der israelische Wissenschaftler Avi Kluger dazu eine Methode entworfen: die Feedforward-Methode.

Schauen wir uns das einmal genauer an:
Den meist jährlich stattfindenden Entwicklungsgesprächen zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden soll ein positiver Charakter gegeben werden, und das Gespräch sollte in einem angenehmen, vertraulichen Setting stattfinden.

Dabei durchlaufen Sie gemeinsam fünf Gesprächsschritte:

  1. Die Einführung
  2. Die Identifikation der Geschichte
  3. Die Beschreibung des Höhepunkts
  4. Die Analyse der Bedingungen
  5. Die Feedforward-Projektion

Was genau heißt das? Fragen Sie den Mitarbeitenden nach einer positiven Erfahrung und geben Sie ihm Raum zum Erzählen. Hören Sie aktiv zu. Fassen Sie das Gehörte zusammen und fragen Sie nach, ob Sie alles richtig verstanden haben. So kann der Mitarbeitende seine eigene Geschichte reflektieren. Reagieren Sie zugewandt, aber keineswegs konfrontativ. Dann finden Sie heraus, welche Bedingungen diese Erfahrung möglich gemacht haben. Ziel ist es, Mitarbeitende besser kennenzulernen und ihnen dabei zu helfen, ihre Stärken und Entwicklungsziele zu entdecken. Sie sollten dabei zwei Regeln beachten:
1. Auf eine positive Erfahrung fokussieren, um einen Motivationsschub zu erzeugen
2. Gemeinsam nach Aufgaben Ausschau halten, die für den Mitarbeitenden zum Highlight werden können

Es sollte darauf verzichtet werden, mitzuschreiben, hier ist es besonders wichtig, nur zugewandt zuzuhören. Denken Sie daran, es geht nicht um Sie und Ihre Ansichten, sondern darum, den Mitarbeitenden besser kennenzulernen und diesem dabei zu helfen, eigene Entwicklungsziele zu entdecken. Probieren Sie es aus!

Sollten wir ganz auf Feedback verzichten und nur noch die Feedforward-Methode anwenden?
Nein, denn das würde ja bedeuten, dass wir nie mehr auf Missstände hinweisen sollten. Aber: Feedback bringt mehr, wenn es niederschwellig und hochfrequent gegeben wird. Also genau in der Situation, auf die es sich bezieht. Die jährlichen Entwicklungsgespräche hingegen sollten wirklich der Entwicklung dienen und eine positive Perspektive schaffen.

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