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Geschichte
Die deutsche Geschichte im Rückblick
Mit Prof. Dr. Norbert Frei
Videokurs mit 14 Kapiteln, 456 Minuten
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Die deutsche Geschichte im Rückblick
Mit Prof. Dr. Norbert Frei
Videokurs mit 14 Kapiteln, 456 Minuten
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Das lernen Sie in diesem Kurs

Inhalt

Möchten Sie mehr über moderne deutsche Geschichte online lernen?

Im Seminar »Geschichte« der ZEIT-Akademie zeichnet der Historiker Prof. Dr. Norbert Frei die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert nach. In der ersten Jahrhunderthälfte ein düsteres Kapitel: Zwei Weltkriege, NS-Diktatur und Holocaust zeugen von ...

... beispiellosem politischen und moralischen Versagen. Und doch ging das Jahrhundert für die Deutschen mit der Wiedervereinigung unverhofft glücklich zu Ende.

Spannende Hintergründe und Fakten vom Experten für die jüngere deutsche Geschichte

Prof. Dr. Norbert Frei ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena und einer der bedeutendsten deutschen Historiker der Gegenwart. Er präsentiert einen breiten Blick auf die Weimarer Republik, das »Dritte Reich« und das geteilte Deutschland. Seine Vorträge sind reich an spannenden Hintergründen und Fakten. Im Anschluss an jede Lektion vertieft Matthias Naß, ZEIT-Redakteur und wissenschaftlicher Leiter der ZEIT Akademie, die Inhalte der Vorlesung im Gespräch mit Professor Frei und fragt nach.

 

14 Kapitel, 456 Minuten

Kapitel

01

Einführung: Der Erste Weltkrieg und das »kurze« 20. Jahrhundert

Die Zeitspanne zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Teilung Europas wurde von Historikern als das »kurze 20. Jahrhundert« betitelt. Maßgebliche Zäsuren waren der Beginn und das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie der Mauerfall und das Ende der Sowjetunion. Der Erste Weltkrieg wirkte als »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts«. Der Krieg, den Hitler zwei Jahrzehnte später begann, war eigentlich kein zweiter Weltkrieg, sondern die Fortsetzung des ersten. Die Zeitspanne zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Teilung Europas wurde von Historikern als das »kurze 20. Jahrhundert« betitelt. Maßgebliche Zäsuren waren der Beginn und das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie der Mauerfall und das Ende der Sowjetunion. Der Erste Weltkrieg wirkte als »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts«. Der Krieg, den Hitler zwei Jahrzehnte später begann, war eigentlich kein zweiter Weltkrieg, sondern die Fortsetzung des ersten.
02

Die Revolution von 1918/19

Die Geschichte der Weimarer Anfangsjahre ist eine Geschichte der wechselseitigen Überforderung der verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Gruppen, ihrer außerordentlich konträren Hoffnungen – und der entsprechend tiefen Frustrationen. Die Geschichte der Weimarer Anfangsjahre ist eine Geschichte der wechselseitigen Überforderung der verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Gruppen, ihrer außerordentlich konträren Hoffnungen – und der entsprechend tiefen Frustrationen.
03

Schwierige Nachkriegsjahre

Der Versailler Friedensvertrag war eine der großen Hypotheken der neuen Demokratie. Die harten Bedingungen des Vertrags definierten in den folgenden Jahren in erheblichem Maße die Probleme und den Handlungsspielraum der Weimarer Politik. Hyperinflation: Binnen eines Monats versiebenfachte sich im Januar 1923 der Dollarkurs auf 49.000 Papiermark. Politische Auswirkungen der Hyperinflation: Aufstands- und Putschversuche von rechts und links. Der Versailler Friedensvertrag war eine der großen Hypotheken der neuen Demokratie. Die harten Bedingungen des Vertrags definierten in den folgenden Jahren in erheblichem Maße die Probleme und den Handlungsspielraum der Weimarer Politik. Hyperinflation: Binnen eines Monats versiebenfachte sich im Januar 1923 der Dollarkurs auf 49.000 Papiermark. Politische Auswirkungen der Hyperinflation: Aufstands- und Putschversuche von rechts und links.
04

Die »goldenen Zwanziger«

Die Jahre zwischen 1924 und 1929 gelten als die Konsolidierungsphase der Weimarer Republik. Gustav Stresemann war seit 1923 das Gesicht einer sich selbst stärker akzeptierenden und dadurch konsolidierenden parlamentarischen Demokratie. Der Dawes-Plan von 1924 hatte die Reparationszahlungen an die deutsche Leistungsfähigkeit angepasst und zugleich der deutschen Wirtschaft eine Startanleihe zugestanden. Seitdem flossen vor allem amerikanische Kredite, die die Konjunktur ankurbelten. Die Weimarer Kultur der Moderne war in erster Linie ein Großstadtphänomen – und evozierte Gegenkräfte, die an Konventionen und Traditionen festzuhalten suchten. Die Jahre zwischen 1924 und 1929 gelten als die Konsolidierungsphase der Weimarer Republik. Gustav Stresemann war seit 1923 das Gesicht einer sich selbst stärker akzeptierenden und dadurch konsolidierenden parlamentarischen Demokratie. Der Dawes-Plan von 1924 hatte die Reparationszahlungen an die deutsche Leistungsfähigkeit angepasst und zugleich der deutschen Wirtschaft eine Startanleihe zugestanden. Seitdem flossen vor allem amerikanische Kredite, die die Konjunktur ankurbelten. Die Weimarer Kultur der Moderne war in erster Linie ein Großstadtphänomen – und evozierte Gegenkräfte, die an Konventionen und Traditionen festzuhalten suchten.
05

Finale Krisen

Das Ende der Großen Koalition bedeutete eine Zäsur in der Geschichte der Weimarer Republik. Sie hatte noch mehr Auswirkungen als der Beginn der Weltwirtschaftskrise. Mit der Bestellung von Heinrich Brüning zum neuen Kanzler begann die Ära der Präsidialkabinette. Das Ergebnis der Wahl vom September 1930 war eine erdrutschartige Veränderung der politischen Landschaft, bei der die republiktragenden Parteien die Mehrheit im Parlament verloren. Kanzler wurde Hitler erst zu einem Zeitpunkt, als es mit der NSDAP bereits wieder abwärts- und mit der Wirtschaft schon wieder etwas aufwärts ging. Hitler war kein Zufall, aber er war auch keine Zwangsläufigkeit. An die Macht brachte ihn eine Koalition von Kräften und Interessen. Diese Koalition war nicht weniger vielschichtig und ambivalent als die nationalsozialistische Bewegung selbst. Das Ende der Großen Koalition bedeutete eine Zäsur in der Geschichte der Weimarer Republik. Sie hatte noch mehr Auswirkungen als der Beginn der Weltwirtschaftskrise. Mit der Bestellung von Heinrich Brüning zum neuen Kanzler begann die Ära der Präsidialkabinette. Das Ergebnis der Wahl vom September 1930 war eine erdrutschartige Veränderung der politischen Landschaft, bei der die republiktragenden Parteien die Mehrheit im Parlament verloren. Kanzler wurde Hitler erst zu einem Zeitpunkt, als es mit der NSDAP bereits wieder abwärts- und mit der Wirtschaft schon wieder etwas aufwärts ging. Hitler war kein Zufall, aber er war auch keine Zwangsläufigkeit. An die Macht brachte ihn eine Koalition von Kräften und Interessen. Diese Koalition war nicht weniger vielschichtig und ambivalent als die nationalsozialistische Bewegung selbst.
06

Der Weg in den »Führerstaat«

Hitlers Machtantritt am 30. Januar 1933 bedeutete Machtübertragung statt Machtergreifung. Hitler war gewollt. Der Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurde zur Außerkraftsetzung der Grundrechte genutzt. Es folgten die Besiegelung der Einparteienherrschaft und die Formierung des »Führerstaates«. Hitlers Machtantritt am 30. Januar 1933 bedeutete Machtübertragung statt Machtergreifung. Hitler war gewollt. Der Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurde zur Außerkraftsetzung der Grundrechte genutzt. Es folgten die Besiegelung der Einparteienherrschaft und die Formierung des »Führerstaates«.
07

Die »guten Jahre« vor dem Krieg

Im Sommer 1933 war das politische Machtmonopol der Nationalsozialisten weitgehend gefestigt. Offensichtlich waren viele Deutsche mit dem neuen politischen Kurs einverstanden – in zunehmendem Maße auch Menschen, die die Nationalsozialisten im März 1933 nicht gewählt hatten. Der Begriff »Volksgemeinschaft« wird in der Forschung zuweilen viel diskutiert. Im Sommer 1933 war das politische Machtmonopol der Nationalsozialisten weitgehend gefestigt. Offensichtlich waren viele Deutsche mit dem neuen politischen Kurs einverstanden – in zunehmendem Maße auch Menschen, die die Nationalsozialisten im März 1933 nicht gewählt hatten. Der Begriff »Volksgemeinschaft« wird in der Forschung zuweilen viel diskutiert.
08

»Volksgemeinschaft« und Verbrechen

Die Ideologie der »Volksgemeinschaft« bedeutete rassistisch begründete Ungleichheit statt menschenrechtlich begründeter Gleichheit. In den »guten Jahren« des Regimes vollzog sich eine systematische Verknüpfung von Polizei und SS. Das Ziel war die Herauslösung der Polizei aus allen noch verbliebenen rechtsstaatlichen Bindungen – und die Institutionalisierung des Terrorpotenzials im Machtbereich der SS. Die Ideologie der »Volksgemeinschaft« bedeutete rassistisch begründete Ungleichheit statt menschenrechtlich begründeter Gleichheit. In den »guten Jahren« des Regimes vollzog sich eine systematische Verknüpfung von Polizei und SS. Das Ziel war die Herauslösung der Polizei aus allen noch verbliebenen rechtsstaatlichen Bindungen – und die Institutionalisierung des Terrorpotenzials im Machtbereich der SS.
09

Vernichtungskrieg

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag Mitte März 1939 war das Ende der britischen Appeasement-Politik gekommen; in ganz Europa standen die Zeichen fortan auf Krieg. Erst der Einmarsch der deutschen Truppen in Paris am 14. Juni 1940 und der Waffenstillstand mit Frankreich führten zum Höhepunkt der Kriegsbegeisterung in Deutschland. Die These von zwei klar gegeneinander abgrenzbaren Kriegsphasen – einer Phase der Blitzkriege und einer des »totalen Krieges« – gilt in der Forschung inzwischen als widerlegt. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag Mitte März 1939 war das Ende der britischen Appeasement-Politik gekommen; in ganz Europa standen die Zeichen fortan auf Krieg. Erst der Einmarsch der deutschen Truppen in Paris am 14. Juni 1940 und der Waffenstillstand mit Frankreich führten zum Höhepunkt der Kriegsbegeisterung in Deutschland. Die These von zwei klar gegeneinander abgrenzbaren Kriegsphasen – einer Phase der Blitzkriege und einer des »totalen Krieges« – gilt in der Forschung inzwischen als widerlegt.
10

Holocaust, Widerstand, »Zusammenbruch«

Erst der Krieg verhalf der ideologischen Vernichtungsdynamik des NS-Regimes zum Durchbruch und ermöglichte den Holocaust. Die Frage, was man als durchschnittlicher Deutscher über die Ermordung der Juden wissen konnte, ist von der Forschung kontrovers diskutiert worden. Inzwischen ist klar: Wer etwas wissen wollte, konnte erstaunlich vieles in Erfahrung bringen. »Operation Walküre«: Dass Hitler dem Attentat nur leicht verletzt entging und der Staatsstreich noch in der Nacht zusammenbrach, schmälert nicht die moralisch-politische Bedeutung dieser späten Aktion. Erst der Krieg verhalf der ideologischen Vernichtungsdynamik des NS-Regimes zum Durchbruch und ermöglichte den Holocaust. Die Frage, was man als durchschnittlicher Deutscher über die Ermordung der Juden wissen konnte, ist von der Forschung kontrovers diskutiert worden. Inzwischen ist klar: Wer etwas wissen wollte, konnte erstaunlich vieles in Erfahrung bringen. »Operation Walküre«: Dass Hitler dem Attentat nur leicht verletzt entging und der Staatsstreich noch in der Nacht zusammenbrach, schmälert nicht die moralisch-politische Bedeutung dieser späten Aktion.
11

Deutschland nach Hitler

In ihrer »Erklärung in Anbetracht der Niederlage« (Berliner Deklaration) verkündeten die vier Alliierten am 5. Juni 1945 die Übernahme der obersten Regierungsgewalt in Deutschland. Seit Ende 1947 schälte sich das Projekt eines westdeutschen Teilstaats immer deutlicher heraus. Das Grundgesetz, wie es der Parlamentarische Rat am 8. Mai 1949 verabschiedete, war ein Spiegel der Lernerfahrungen des Jahres 1933. In ihrer »Erklärung in Anbetracht der Niederlage« (Berliner Deklaration) verkündeten die vier Alliierten am 5. Juni 1945 die Übernahme der obersten Regierungsgewalt in Deutschland. Seit Ende 1947 schälte sich das Projekt eines westdeutschen Teilstaats immer deutlicher heraus. Das Grundgesetz, wie es der Parlamentarische Rat am 8. Mai 1949 verabschiedete, war ein Spiegel der Lernerfahrungen des Jahres 1933.
12

Die »langen Fünfziger«

Der doppelten Staatsgründung folgten die Herausbildung der Demokratie im Westen und die Befestigung einer neuen Diktatur im Osten. Während die Menschen in der DDR den Stalinismus durchlitten und mit den Reparationsentnahmen der Sowjetunion zurande kommen mussten, wurden die »langen fünfziger Jahre« im Westen eine Phase dramatisch beschleunigter wirtschaftlicher Dynamik und materieller Modernisierung. Im Rückblick erscheinen die drei Jahre unter Ludwig Erhard als ein Nachspiel zur langen »Ära Adenauer«, als eine Zwischenzeit auf dem Weg zur Großen Koalition. Der doppelten Staatsgründung folgten die Herausbildung der Demokratie im Westen und die Befestigung einer neuen Diktatur im Osten. Während die Menschen in der DDR den Stalinismus durchlitten und mit den Reparationsentnahmen der Sowjetunion zurande kommen mussten, wurden die »langen fünfziger Jahre« im Westen eine Phase dramatisch beschleunigter wirtschaftlicher Dynamik und materieller Modernisierung. Im Rückblick erscheinen die drei Jahre unter Ludwig Erhard als ein Nachspiel zur langen »Ära Adenauer«, als eine Zwischenzeit auf dem Weg zur Großen Koalition.
13

Geteilte Jahrzehnte

Deutlich vor der 68er-Revolte und dem Beginn der sozialliberalen Ära 1969, nämlich schon zu Anfang des Jahrzehnts, hatte ein politisch-mentaler Umbruch eingesetzt, quasi die »Erfindung« der bundesdeutschen Gesellschaft. Neue Ostpolitik: Im August 1970 unterzeichneten Willy Brandt und Walter Scheel den Moskauer Vertrag, im Dezember 1970 den Warschauer Vertrag; Kernpunkt war der Gewaltverzicht und damit die Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen in Europa. Es folgten das Viermächte-Abkommen über Berlin, der Grundlagenvertrag mit der DDR und der Prager Vertrag. Brandts Nachfolger Helmut Schmidt sah sich alsbald mit ernsten innen- und wirtschaftspolitischen Problemen konfrontiert. Nicht nur der Terrorismus und der »Deutsche Herbst« veränderten die Republik. In der postindustriellen Gesellschaft entfalteten sich neue soziale Bewegungen: neben der Ökologiebewegung langfristig am erfolgreichsten die Frauenbewegung. Deutlich vor der 68er-Revolte und dem Beginn der sozialliberalen Ära 1969, nämlich schon zu Anfang des Jahrzehnts, hatte ein politisch-mentaler Umbruch eingesetzt, quasi die »Erfindung« der bundesdeutschen Gesellschaft. Neue Ostpolitik: Im August 1970 unterzeichneten Willy Brandt und Walter Scheel den Moskauer Vertrag, im Dezember 1970 den Warschauer Vertrag; Kernpunkt war der Gewaltverzicht und damit die Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen in Europa. Es folgten das Viermächte-Abkommen über Berlin, der Grundlagenvertrag mit der DDR und der Prager Vertrag. Brandts Nachfolger Helmut Schmidt sah sich alsbald mit ernsten innen- und wirtschaftspolitischen Problemen konfrontiert. Nicht nur der Terrorismus und der »Deutsche Herbst« veränderten die Republik. In der postindustriellen Gesellschaft entfalteten sich neue soziale Bewegungen: neben der Ökologiebewegung langfristig am erfolgreichsten die Frauenbewegung.
14

Die Revolution von 1989/90

Seit Anfang der achtziger Jahre wurde die ökonomische Notlage der DDR immer größer – und damit auch die ökologische Krise. Das Thema der Umweltzerstörung wurde, neben und zum Teil überlappend mit der Arbeit der kirchlichen Friedensgruppen, ein wichtiger Ansatzpunkt der DDR-Opposition. Die friedliche Revolution von 1989/90 kam nicht aus dem Nichts, sondern stand am Ende einer Kette großer Frustrationen, von denen viele die Menschen seit Langem begleiteten. Mit der Maueröffnung am 9. November 1989 wurde eine Bewegung in Gang gesetzt, die ihrer eigenen Logik folgte und die niemand mehr aufhalten konnte. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag ersetzte den bis dahin ausstehenden Friedensvertrag zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern. Die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion gewährten dem wiedervereinigten Deutschland damit volle völkerrechtliche Souveränität. Das Ende der Nachkriegszeit war gekommen. Seit Anfang der achtziger Jahre wurde die ökonomische Notlage der DDR immer größer – und damit auch die ökologische Krise. Das Thema der Umweltzerstörung wurde, neben und zum Teil überlappend mit der Arbeit der kirchlichen Friedensgruppen, ein wichtiger Ansatzpunkt der DDR-Opposition. Die friedliche Revolution von 1989/90 kam nicht aus dem Nichts, sondern stand am Ende einer Kette großer Frustrationen, von denen viele die Menschen seit Langem begleiteten. Mit der Maueröffnung am 9. November 1989 wurde eine Bewegung in Gang gesetzt, die ihrer eigenen Logik folgte und die niemand mehr aufhalten konnte. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag ersetzte den bis dahin ausstehenden Friedensvertrag zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern. Die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion gewährten dem wiedervereinigten Deutschland damit volle völkerrechtliche Souveränität. Das Ende der Nachkriegszeit war gekommen.

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Über unsere Experten und Expertinnen

Prof. Dr. Norbert Frei
Präsentiert von

Prof. Dr. Norbert Frei

Norbert Frei lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena und leitet das »Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts«. Er ist einer der bedeutendsten deutschen Historiker der Gegenwart und war Mitglied der Historikerkommission zur Geschichte des Auswärtigen Amts. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen Bücher über das »Dritte Reich« und die »Vergangenheitspolitik« in der Bundesrepublik.
Matthias Naß
Im Gespräch mit

Matthias Naß

ZEIT-Redakteur Matthias Naß studierte Geschichte, Sinologie und Politologie in Göttingen, Honolulu und Hamburg. Von der Henri-Nannen-Schule kam er 1983 zu der ZEIT in die Politik. Von 1998 bis 2010 war er stellvertretender Chefredakteur. Seit 2011 ist er Internationaler Korrespondent der ZEIT. Matthias Naß ist außerdem wissenschaftlicher Leiter der ZEIT Akademie.

Trailer

Ein Blick in den Kurs

Der Kurs besteht aus Kapiteln im Videoformat. Hier finden Sie einige Ausschnitte aus dem Kurs.

Geschichte E-Book
Das E-Book zum Kurs

Nutzen Sie die Möglichkeit, das E-Book »Geschichte - Die deutsche Geschichte im Rückblick« zum Online-Kurs als PDF herunterzuladen. Die Lerninhalte des Videokurses wurden hierfür vom Experten für jüngere deutsche Geschichte Prof. Dr. Norbert Frei in 14 Lektionen zum Rekapitulieren aufbereitet. Am Ende eines jeden Kapitels finden Sie ausgewählte, weiterführende Leseempfehlungen zur ersten Orientierung aus der Fülle der geschichtswissenschaftlichen Literatur.

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