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Nachhaltigkeit
Umweltschutz

Leistungen von Ökosystemen - kostenlos aber fundamental

Umwelt- und Tierschutz sind existenzielle Themen unserer Gesellschaft. Nicht jedem ist jedoch bewusst, inwieweit die Menschheit auf die Natur angewiesen ist. Wie wir Sauerstoff und Proteine aus dem Meer schöpfen und was für Kräfte im Watt wirken, erklärt uns Meeresforscherin Prof. Dr. Antje Boetius auf Sylt.
Meeresbiologin Antje Boetius erklärt Nachhaltigkeit auf Sylt.

»Es gibt fundamentale Leistungen von Ökosystemen, die wir uns nicht einfach kaufen können«

Prof. Dr. Antje Boetius, Biologin und Meeresforscherin
(Foto: Felix Amsel)

Manchmal entsteht der Eindruck, im Naturschutz gehe es um die Liebe zu niedlichen oder exotischen Tieren: Knuffige Robben, floatende und sich an den Händen haltende Otter oder ein flauschiger Fuchs. Große Umweltschutzorganisationen werben gerne mit diesen sympathischen Zeitgenossen, die es auch als Kuscheltiere in Kinderbetten oder auf die Smartphones Erwachsener geschafft haben. Nun ist natürlich nichts falsch daran, Tiere der Tiere wegen zu schützen. Wir sollten aber nicht aus den Augen verlieren, dass Ökosysteme ganz fundamentale Funktionen erfüllen, auf die wir als Menschheit angewiesen sind und die wir nicht einfach einkaufen können. Und deswegen ist Umwelt- und Tierschutz immer auch Schutz des Umfeldes, in dem wir als Menschen gut leben können und Jahrtausende lang gut gelebt haben.

Die Natur leistet Fundamentales

Um diese Leistungen, die uns die Natur kostenlos zur Verfügung stellt, besser zu verstehen, hat uns Prof. Dr. Antje Boetius an den nördlichsten Zipfel Deutschlands eingeladen. Boetius ist Biologin und Meeresforscherin und leitet das Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven – bekannt durch Expeditionsschiffe in Arktis und Antarktis. Ganz so weit reisen wir dieses Mal zwar nicht, dennoch können wir im Wattenmeer hinter der Forschungsstation auf Sylt einige wichtige Dienstleistungen von Ökosystemen in der Nordsee entdecken.

Angespülte Meeresalgen im Sand
Vielfalt unter angespülten Meeresalgen im Sylter Sand (Foto: Felix Amsel).

„Neben den Pflanzen an Land kommt etwa die Hälfte des Sauerstoffs, den wir einatmen aus dem Meer“, erklärt Antje Boetius, während unser ZEIT-Akademie-Team in knöcheltiefem Wasser steht und auf zwei angespülte Algen schaut, die in ganz unterschiedlichen Grüntönen und Formen daherkommen.

Muscheln aus der Nordsee
Protein-Lieferanten: Muscheln aus der Nordsee vor Sylt (Foto: Felix Amsel).

Und denken wir an die Nahrungsproduktion. Gerade zu Zeiten des Krieges war auf Sylt die Miesmuschel für viele Inselbewohner ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, auch wenn sich die Muschel – ob Mies, ob Auster – heute eher in Luxusküchen wiederfindet. Weltweit kommen etwa 20 Prozent des Proteins, das wir Menschen zu uns nehmen, aus den Meeren – allerdings bereits die Hälfte aus künstlich geschaffenen Systemen der sogenannten Aquakultur. Nicht alles kann uns Nachhaltigskeits-Expertin Antje Boetius im Watt zeigen, denn es gibt auch weniger sichtbare Dienstleistungen. In finsterer Tiefe und für den Menschen fast unzugänglich leben kleine Mikroorganismen, die das Klimagas Methan abbauen und so dem von Menschen erzeugten Klimawandel entgegenwirken. Davon bekommen wir nichts mit: Wir müssen für diese Leistung nicht bezahlen, und doch profitieren wir von diesen merkwürdigen Lebewesen an diesem für uns so unwirtlichen Lebensraum.

Nachhaltig handeln: Heimische Ökosysteme schützen

Nach gut zwei Stunden im Watt haben wir einiges gelernt und großen Respekt vor dem, was die Tierchen – süß oder nicht – leisten. Aber wir sind nicht auf Sylt, um uns selbst ein bisschen weiterzubilden, sondern um Lernvideos zum Thema Nachhaltigkeit zu drehen. Mit vollen Festplatten und voller Eindrücke geht es jetzt an den Schreibtisch und in den Schnittraum, damit Sie schon bald im neuen Videokurs lernen, was der Wattwurm kann, welche Konzepte es gibt, um heimische Ökosysteme zu schützen und wie sich die Ökosysteme durch den Klimawandel verändern.

ZEIT AKADEMIE

Nachhaltigkeit in Unternehmen

Das Praxisseminar bietet Ihnen die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen auseinanderzusetzen.

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