Digitalisierung
E-Learning
Was heißt eigentlich ...?

Filter Bubble

Beim Begriff »Filter Bubble« hat man vielleicht zunächst ein positives und buntes Bild vor Augen. Doch die Realität sieht anders aus. Jede*r von uns befindet sich nämlich unweigerlich in einer personalisierten Blase.

Weich und flexibel, aber doch gefährlich

Bei einer »Filter Bubble« handelt es sich in erster Linie um einen symbolischen Begriff aus dem aktuellen Internetzeitalter. Er beschreibt eine quasi unsichtbare, aber sehr präsente Gefahr. Jede Person, die sich im Internet bewegt und Informationen in einer der vielen Online-Suchmaschinen recherchiert, befindet sich automatisch in der eigenen persönlichen Blase. Der erst mal komische klingende Name setzt sich aus der Funktion und aus den Merkmalen zusammen. Er ist deshalb so passend, da eine Filterblase nicht statisch und fest ist, sondern sich stetig verändert und sich an jede Aktivität, welche online stattfindet, anpasst und passende Informationen herausfiltert.

Maßgeschneiderte Informationsquellen

Das Internet vergisst nie! Jede Online-Aktivität beeinflusst die Ergebnisse bei der nächsten Recherche und grenzt so die verfügbaren Informationsquellen automatisch ein. Diese werden also an die persönlichen Interessen jeder Person angepasst. Das bedeutet, dass man nur noch eine maßgeschneiderte Auswahl an Quellen bekommt, die meist auch nur eine einseitige Perspektive darstellt. Passenderweise bestärkt diese die Einstellung, die man vor der Online-Recherche bereits sowieso schon hatte.

Aber wo liegt das Problem?

Oftmals greifen Nutzer*innen auf »gemütliche« Nachrichten zu, die kurz und eingängig sowie einfach zu finden sind. Dabei ist die Gefahr groß, dass genau solche Nachrichten auch Qualitätsmängel vorweisen. Zudem kann es zu einer eingeschränkten Meinungsbildung kommen, da in erster Linie die Informationen, die bereits bestehende Meinung bestärken, aber keine Chance bieten, sich breiter zu informieren. Das kann zu einem Vertrauensproblem führen. Denn Rezipient*innen könnten Berichterstattungen aus einer anderen Perspektive weniger Glauben schenken, beziehungsweise das Vertrauen zu diesen verlieren. Diese personalisierte Filterblase wird durch Social-Media-Plattformen verstärkt. Grund dafür ist, dass sich die eigene Filterblase meist auch auf bestimmte Freundeskreise erweitert. Denn bei sozialen Plattformen bekommt man oft Internetseiten, Nachrichten und Produkte vorgeschlagen, die im Freundeskreis ebenfalls beliebt sind.

Blase platzen lassen?

Wie können wir uns aus dem »personalisierten Gefängnis« befreien? Der erste und wichtigste Schritt ist, dass man sich über die Existenz bewusst ist und diese im Hinterkopf behält. Natürlich hat man noch Zugriff auf Informationen außerhalb der Filter Bubble, doch muss man aktiver werden, um an diese zu gelangen: Von einer Blase umgeben zu sein bedeutet nicht, dass man diese nicht auch selbst bewusst formen und ausweiten kann.

0 Kommentare
PageLines