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Female Leadership

Verfassen Sie Ihre Stellenanzeigen schon gendergerecht?

Vielleicht wundern Sie sich, dass Ihre Bewerber*innen sich oft ähneln. Sind Ihre Stellenanzeigen schon in gendergerechter Sprache verfasst? Expertin Dr. Simone Burel gibt Ihnen hierfür eine Checkliste an die Hand. Lernen Sie nur mit den Besten.
ZEIT Akademie-Dozentin Dr. Simone Burel

»Werte, Glaubenssätze und Menschenbilder kommen in der Sprache zum Vorschein. Wir nennen das auch gern den sprachlichen Fingerabdruck einer Person oder Organisation.«

Dr. Simone Burel, Unternehmerin, Gesellschafterin, Sprachwissenschaftlerin, Autorin, Herausgeberin und Beirätin
»Female Leadership – Gleichberechtigung gestalten, Erfolge messen«

Dr. Simone Burel (Foto: Joseph Ruben Heicks) ist Gründerin und Geschäftsführerin der Linguistischen Unternehmensberatung (LUB), die sie 2015 auf Basis ihrer Dissertation über die Sprache der DAX-30-Unternehmen gegründet hat. Für ihre Forschung und Praxisarbeit hat sie mehrfach Auszeichnungen erhalten, u.a. den höchstdotierten Wirtschaftsförderpreis der Stadt Mannheim. Außerdem ist sie Vorsitzende des Advisory Boards der Spenoki GmbH und agiert als Mentorin verschiedener Universitäten sowie im Executive Training zu den Themen Gender, Diversity & Sprache für Konzerne, Hochschulen und Ministerien.

Von der Geisteswissenschaft in die Wirtschaft: Die ZEIT Akademie-Dozentin Dr. Simone Burel erklärt im Video-Kurs »Female Leadership – Gleichberechtigung gestalten, Erfolge messen«, warum Sprache ein wichtiger Ansatzpunkt ist, um unsere Haltung, unser Mindset, unsere Karriere und Zusammenarbeit zu beeinflussen. Im Bereich Recruiting und Ansprache von Frauen ist das ein wichtiges Thema.

Überprüfen Sie einmal die Sprache Ihrer Stellenanzeigen

  • • Welche Überschrift wählen Sie?
  • • Wie lautet der Text?
  • • Was muss die Bewerberin mitbringen?
  • • Welche Farben soll die Anzeige haben?
  • • Welches Bild stellen Sie daneben?
  • • Wo wird diese Anzeige zu sehen sein – in einer Zeitung oder in sozialen Netzwerken?

Die Expertinnen-Checkliste für das Recruiting:

1. Gendergerechte Bezeichnungen in Jobtiteln und Kompetenzprofil
- Beidnennung, orthografische Varianten oder Neutralisierung für Jobbezeichnungen im Jobtitel und Resttest (inkl. Anpassung von Pronomen und Restvokabular wie Mitarbeiter*innen)
- Kombination »männlich« konnotierter Wörter mit »weiblich« konnotierten Wörtern
- Abmildernde Formulierungen wählen, z. B. eher Kommunikationsgeschick als Verhandlungsgeschick

2. Kennzeichnung von nicht zwingend relevanten Eigenschaften als optional
- Es sollte deutlich sein, welche Eigenschaften für die ausgeschriebene Stelle zwingend notwendig sind und welche als wünschenswert betrachtet werden (X/Y ist von Vorteil)
- Breitere Formulierung der geforderten Eigenschaften, da Frauen sich tendenziell erst bei einem höheren Job-Fit bewerben (Hentschel und Horvath 2015)

3. Betonung von Jobattributen und Überblick über Rahmenbedingungen (Arbeitszeiten, -ort, -vergütung) sowie Weiterentwicklung in der Organisation
- Besonderheiten betonen, die (nicht nur) für Frauen von Interesse sind, z. B. flexible Arbeitszeiten, Work-Life-Balance, familienfreundliche Personalpolitik, mögliche Arbeitszeitmodelle, Führung in Teilzeit, familienfreundliche Siegel etc.
- Transparenz und Ethik sind bedeutsam: Es sollten nur Angebote angeführt werden, die auch tatsächlich umgesetzt werden

4. Medialität und diversityfreundliche Kanäle berücksichtigen
- Sollen auch nichtdeutsche Bewerber*innen angesprochen werden, sollten die Anzeigen zudem in Englisch (Türkisch, Italienisch etc.) übersetzt werden
- Materialität: Stellenanzeigen sollten als PDF-Dokument zusätzlich exportierbar sein und in einer (gekürzten) Fassung für Mobile-Anwendungen oder Job-Matching-Tools (wie truffls oder Tandemploy) vorliegen
- Auch Eltern haben wichtige Skills, aber nur fünf Prozent aller Stellenanzeigen erwähnen Familienfreundlichkeit (Tödtmann 2019).
Die Online-Portale Superheldin.de oder FeelGoodatWork.de sind Jobplattformen mit familienfreundlichen Stellenangeboten. Gerade Frauen können auch über digitale Netzwerke (LinkedIn, Digital Media Women etc.) rekrutiert werden und sprechen gut auf Instagram-Jobpostings an

5. Bild- und Kontaktauswahl prüfen
- Authentische Bilder (mit Testimonials) und Icons wählen, die Frauen und andere Gruppen mit einschließen und nicht nur in Assistenzfunktionen zeigen
- Kontaktperson auch in Online-Bewerbungssystemen angeben, da gerade Frauen diese Möglichkeit zur persönlichen Kontaktaufnahme schätzen
- Kontaktaufnahme über QR-Codes und andere digitale Spielarten prüfen

Lernen Sie im vierten Teil des großen ZEIT Akademie-Themenkomplexes Female Leadership, wie Sie noch diverser, transparenter und innovativer sprechen, schreiben und agieren können. Denn um bei Dr. Simone Burel zu bleiben: Jedes Wort ist Gold wert.

ZEIT AKADEMIE

Female Leadership

Der Videokurs erklärt, wie Gleichberechtigung gestaltet und Erfolge gemessen werden können.

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