Warum ist die Einführung in die P r a k t i s c h e Philosophie besser geeignet mir den Einstieg in die Philosophie überhaupt zu erleichtern bzw. mein vorhandenes Interesse zu steigern? – J. Friese am 19.1.2011
Antwort:
Die Philosophie wird traditionell in einen theoretischen und einen praktischen Teil unterschieden, worunter sich wiederum eine ganze Menge weiterer Einzeldisziplinen einordnen lassen.
In der theoretischen Philosophie geht es darum, Formen und Grenzen des Seins, unseres Denkens und unserer Sprache zu bestimmen. Die praktische Philosophie beschäftigt sich demgegenüber mit dem Menschen als einem handelnden Lebewesen und nimmt dessen Frage „Was soll ich tun?“ als ihren Ausgangspunkt. Hierunter fällt etwa sowohl das Problem des richtigen Umgangs mit anderen Menschen als auch die Frage nach dem guten Handeln als solchem. Hinzu treten Reflexionen über die hierfür grundlegenden Begriffe der Handlung, des Wertes oder der Freiheit.
Die praktische Philosophie holt dem Menschen direkt in seinem alltäglichen Lebenskontext ab: Jeder hat sich schon einmal in einem praktisch-moralischen Entscheidungsdilemma befunden. Sie ist daher im Rahmen einer Einführung besser geeignet, zur Philosophie als Ganzer hinzuführen. Tatsächlich leiten ihre Fragestellungen über kurz oder lang auch in das Gebiet der theoretischen Philosophie über – und umgekehrt.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre ZEIT Akademie
Literaturhinweis:
Franz von Kutschera: Die Teile der Philosophie und das Ganze der Wirklichkeit. De Gruyter, Berlin 1998.

