Akademie-Brief PHILOSOPHIE

Willensfreiheit

18. März 2011

Liebe Akademie-Teilnehmer,

ich freue mich, Ihnen heute die erste Ausgabe des ZEIT Akademie-Briefs zum Thema Philosophie präsentieren zu können. Von nun an halten wir Sie mit Hinweisen auf aktuelle ZEIT-Artikel, ergänzenden Informationen und Umfragen rund um das Philosophie-Seminar von Professor Dr. Julian Nida-Rümelin auf dem Laufenden.

Ihr
Matthias Naß
Wissenschaftlicher Leiter der ZEIT Akademie

Aktuell: Willensfreiheit

Willensfreiheit bedeutet die Orientierung und Rechtfertigbarkeit des eigenen Handelns an guten Gründen, heißt es im ZEIT Akademie Seminar Philosophie. Ob und inwieweit wir frei entscheiden können, ist nicht allein unter Philosophen umstritten; auch Neurowissenschaftler nähren Zweifel an der menschlichen Willensfreiheit. Philosophen und Naturwissenschaftler diskutieren, wie das unser Menschenbild verändert.

Lesen Sie dazu den Beitrag "Wie frei sind unsere Gedanken?" auf ZEIT ONLINE

[Zum Artikel...]

Literatur zum Thema

Uwe an der Heiden: Hat der Mensch einen freien Willen? Die Antworten der großen Philosophen. Reclam, Ditzingen 2007.

Julian Nida-Rümelin: Über menschliche Freiheit. Reclam, Ditzingen 2005.

Michael Pauen, Gerhard Roth: Freiheit, Schuld und Verantwortung: Grundzüge einer naturalistischen Theorie der Willensfreiheit. Suhrkamp, Frankfurt 2008.

Expertenforum

Frage:
Wenn wir Menschen beides sind – Teil einer kausal geschlossenen natürlichen Welt und Teil einer Normen setzenden kulturellen Welt –, wie lässt sich dem Argument begegnen, ich hätte zwar anders handeln sollen, aber mein reales Handeln hatte, wie alles Handeln, Ursachen, die letztlich nicht vom Handelnden bestimmt werden können?

Antwort:
„Tatsächlich stellt es für alle Verfechter der Willensfreiheit eine große Herausforderung dar, den genauen Spielraum von Gründen in einer mit Kausalursachen durchzogenen Welt auszuloten. Dass alles Handeln Ursachen hat, die, um Sie zu zitieren, 'letztlich nicht vom Handelnden bestimmt werden können', wird dabei normalerweise von allen Seiten zugestanden. Die Kunst besteht nun darin, Bereiche anzugeben, in denen der Handelnde trotz dieser von außen vorgegebenen Restriktionen noch selbstbestimmt agieren kann.“

Die ausführliche Antwort finden Sie im ZEIT Akademie Expertenforum.

Umfrage: Was sagen Sie?

Im Philosophie-Seminar versuchen wir die Frage zu klären, inwieweit sich Menschen zu Recht als frei begreifen dürfen. Ist es sinnvoll, zwischen Gründen und Ursachen zu unterscheiden? Welcher Spielraum bleibt für den Willen bestehen, wenn alle geistigen Prozesse auf neuronale Aktivitäten zurückzuführen sind? Und was passiert mit unserem Begriff der Verantwortung, wenn freies Handeln nicht mehr möglich sein sollte?
Der Mensch muss sich in seinem Selbstverständnis als Person als frei begreifen, ganz gleich, was die Naturwissenschaften sagen.
22%
Im Angesicht neurowissenschaftlicher Erkenntnisse müssen die Begriffe von Willensfreiheit und Verantwortung aufgegeben werden.
2%
Willensfreiheit und Determinismus schließen sich nicht aus. Letzterer begrenzt unsere Freiheit, ohne sie deshalb aufzuheben.
77%
Gesamtstimmen: 111

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