Akademie-Brief PHILOSOPHIE

Wieviel Staat verträgt die Freiheit?

17. Juni 2011

Liebe Akademie-Teilnehmer,

im neuen ZEIT Akademie-Brief Philosophie informieren wir Sie mit aktuellen Artikeln rund um die Themen des Philosophie-Seminars und sind gespannt auf Ihre Meinung zu unserer heutigen Umfrage.

Ihr
Matthias Naß
Wissenschaftlicher Leiter der ZEIT Akademie

Aktuell: „Die neoliberale Perfektionismus-Falle"

Der Perfektionismus im Sinne Aristoteles' ist eine „politische Ethik, die das langfristige Gelingen des menschlichen Lebens in den Mittelpunkt stellt“, so schreibt der in St. Gallen lehrende Philosoph Christoph Henning. Die Politik, die diese Bedingungen gestaltet, soll also das „langfristige“ Glück sicherstellen helfen.

Wie aber verträgt sich ein Modell, in dem nicht allein der Einzelne, sondern auch der Staat für „das Gute“ zuständig ist, mit der Grundidee des Liberalismus, demzufolge jeder für sich am besten sein eigenes Glück finden kann und sollte?

Lesen Sie dazu auf ZEIT ONLINE: „Die neoliberale Perfektionismus-Falle"

[Zum Artikel...]

Literatur zum Thema

Will Kymlicka: Politische Philosophie heute. Eine Einführung.
9. Auflage. Campus, Frankfurt 1997.

John Rawls: Politischer Liberalismus.
Suhrkamp, Frankfurt 2003.

Charles Taylor: Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie?
2. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt 2001.

Expertenforum: Im Dialog mit dem Experten

Frage:
Fallbeispiel: Bei der Evakuierung aufgrund eines größeren Bombenfundes weigert sich ein 88jähriger Mann, die Gefahrenzone zu verlassen und wird daraufhin gewaltsam weggeführt. Wird hier nicht die Selbstbestimmung des Einzelnen in zweifacher Weise verletzt, indem ihm 1. die Entscheidung, sich dem Risiko auszusetzen, streitig gemacht und 2. physische Gewalt gegen die Person angewandt wird?

Antwort:
„Sie stellen die Frage nach einer ethischen Begründung (zu unterscheiden von der juristischen Rechtfertigung) dieser Maßnahme. Als Einstiegspunkt wollen wir uns noch einmal die Güter veranschaulichen, die auf dem Spiel stehen: So finden sich einmal eine (niedrig angesetzte) Gefährdung für Leib und Leben; auf der anderen Seite stehen die Umstände, die sich aus der (befristeten) Ortsänderung ergeben.“

Die ausführliche Antwort finden Sie im ZEIT Akademie Expertenforum.

Umfrage: Was sagen Sie?

Inwieweit sollte es dem Staat erlaubt sein, seine Vorstellungen des Guten gegenüber seinen Bürgern durchzusetzen und deren Freiheitsbereiche einzuschränken?
Der Staat benötigt einen weiten Handlungsspielraum, auch wenn dadurch individuelle Präferenzen der Bürger eingeschränkt werden
30%
Der Staat sollte über keinen Handlungsspielraum verfügen. Der mündige Einzelne sollte stets alles selbst entscheiden dürfen
10%
Ein enger Handlungsspielraum ist sinnvoll für Bereiche, in denen die Bewertung eigener Präferenzen besonders irrtumsanfällig ist
59%
Gesamtstimmen: 86

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