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Zentralbank – Hüterin der Währung

Macht die EZB eigentlich einen Gewinn, wenn sie Geld druckt und es dann in Umlauf bringt? Und hätte sie dann nicht einen permanenten Anreiz Geld zu drucken und Inflation zu erzeugen? [mehr ...]

Macht die EZB eigentlich einen Gewinn, wenn sie Geld druckt und es dann in Umlauf bringt? Und hätte sie dann nicht einen permanenten Anreiz Geld zu drucken und Inflation zu erzeugen?

– P. Schultz am 14.06.2013

Antwort

In der Tat entsteht ein Gewinn, wenn die Zentralbank neues Geld schöpft, schließlich müssen die Banken, die sich das Geld dann leihen, dafür Zinsen zahlen.

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Geldschöpfung

Wenn alles im Umlauf befindliche Geld nur geliehenes Geld ist, wie sollen die Zinsen dann jemals bezahlt werden können? Muss nicht der gesamten geschöpften Geldmenge stets eine noch größere Menge an Schulden gegenüberstehen? [mehr ...]

Soweit ich weiß, wird Geld von einer Zentralbank geschöpft, indem sie einen Kredit vergibt (z.B. an ein Unternehmen oder eine Geschäftsbank), der nach Ablaufen der Frist plus Zinsen (der sog. Leitzins) zurückgezahlt werden muss. Wenn aber alles im Umlauf befindliche Geld nur geliehenes Geld ist, wie sollen die Zinsen dann jemals bezahlt werden können? Muss nicht der gesamten geschöpften Geldmenge stets eine noch größere Menge an Schulden gegenüberstehen? – P. Schultz am 26.11.2012

Antwort

Ja, Kredite müssen immer verzinst werden, insofern steigen immer die Schulden mit. Allerdings kann man nun folgendermaßen argumentieren: Erstens gibt es wohl nur deshalb positive Zinsen (das heißt Zinsen in Höhe von mehr als 0 Prozent), weil die Wirtschaft wächst. Und wenn die Wirtschaft wächst, wächst ja auch die Menge an Gütern, die dem Geld (und damit den Schulden) gegenübersteht. Ein Spirale, die in den Abgrund führt, gibt es also nicht. Und, klar, die Geschäftsbanken müssen der Zentralbank mehr Zentralbankgeld zurückzahlen, als sie sich geliehen haben, weil natürlich auch die Zentralbank Zinsen verlangt. Aber da die Menge an Zentralbankgeld auch ständig wächst (zumindest, solange die Wirtschaft wächst), ist das kein Problem.

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Staatsschulden und Inflation

Der Zusammenhang, dass durch hohe Inflationsraten die Staatsschulden reduziert werden können, ist mir nicht klar. Wenn ja, gilt das in jedem Fall oder gibts es Ausnahmen? [mehr ...]

Der Zusammenhang, dass durch hohe Inflationsraten die Staatsschulden reduziert werden können, ist mir nicht klar. Wenn ja, gilt das in jedem Fall oder gibts es Ausnahmen? – M. Schmidt am 28.6.2012

Antwort

Ob die Schuldenlast durch Inflation sinkt oder konstant bleibt, hängt natürlich von der mathematischen Betrachtungsweise ab. Wenn Sie die Schulden einfach in Euro messen, sind sie natürlich von der Preisentwicklung (also der Inflation) unabhängig. Zwei Billionen Euro Schulden (die der deutsche Staat zur Zeit grob angehäuft hat) bleiben dann zwei Billionen Euro, egal wie hoch die Inflation gerade ist (egal wie viel sie sich also für einen Euro gerade kaufen können). Doch in den meisten Fällen gibt man die Staatsschulden anders an, nämlich "preisbereinigt": Das heißt, man gibt an, wie viel die Summe an Schulden im Jahr X in einem Referenzjahr Y wert war.

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Euro-Krise

Welche negativen Effekte hätte ein Austritt der Griechen oder Portugiesen aus der Euro-Zone zur Folge – abgesehen von den politischen Schwierigkeiten, dies durchzusetzen? Welche mittelfristigen Folgen hätte ein Austritt speziell bezüglich der neuen Währung? [mehr ...]

Welche negativen Effekte hätte ein Austritt der Griechen oder Portugiesen aus der Euro-Zone zur Folge – abgesehen von den politischen Schwierigkeiten, dies durchzusetzen? Welche mittelfristigen Folgen – also abgesehen von plötzlich rasanter Abwertung – hätte ein Austritt speziell bezüglich der neuen Währung? – J. Meyer am 11.2.2012

Antwort

Würden Griechenland und Portugal aus dem Euroraum austreten (oder ausgeschlossen werden) und neue, eigene Währungen bekommen, hätte das massive negative Folgen. Die aufgenommen privaten wie staatlichen Kredite in Griechenland und Portugal sind in Euro gezeichnet und müssten also auch in Euro zurückgezahlt werden. Mit einer abgewerteten neuen Währung würden die Schulden also sprunghaft ansteigen und dem Land jegliche Luft zum Atmen nehmen. Darüber hinaus würden die Wechselkursschwankungen den so wichtigen Handel zwischen den Staaten erschweren: Denn Produzenten und Käufer müssten sich mit teuren Versicherungen gegen die Wechselkursrisiken absichern, was den Handel extrem verteuert. Und der deutschen Wirtschaft würden wichtige Absatzmärkte wegbrechen.

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Staatsverschuldung

Wäre es im Sinne der Generationengerechtigkeit nicht eine gute Idee, einen bestimmten Prozentsatz der Staatsverschuldung nur im Inland aufzunehmen, damit spätere Generationen zumindest von den Zinseinnahmen profitieren? Sozusagen eine Inlands-Quote? [mehr ...]

Wäre es im Sinne der Generationengerechtigkeit nicht eine gute Idee, einen bestimmten Prozentsatz der Staatsverschuldung nur im Inland aufzunehmen, damit spätere Generationen zumindest von den Zinseinnahmen profitieren? Sozusagen eine Inlands-Quote? – G. Brandt am 7.11.2011

Antwort

In der Tat – man schätzt, dass ungefähr die Hälfte der deutschen Staatsanleihen nicht im Besitz von Deutschen sind. Insofern werden die künftigen Zinseinnahmen tatsächlich aus Deutschland abfließen. Trotzdem ist Ihr Vorschlag nicht uneingeschränkt zu befürworten: Denn erstens besitzen die Deutschen selbst Hunderte Milliarden an ausländischen Staatsanleihen und kassieren dafür Zinsen, so dass der Saldo insgesamt eher zu Gunsten der deutschen Anleger ausfallen dürfte.

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Staatliche Bürgschaften

Wieso bürgt ein Staat für Risiken, die Banken eingegangen sind? Er ermöglicht diesen doch, Risiken einzugehen, die Erfolge davon zu kassieren, ihre Verluste aber der Gemeinschaft anzulasten. [mehr ...]

I. Wieso bürgt ein Staat für Risiken, die Banken eingegangen sind? Er ermöglicht diesen doch, Risiken einzugehen, die Erfolge davon zu kassieren, ihre Verluste aber der Gemeinschaft anzulasten. Für einen anderen Staat darf er jedoch nicht bürgen. Leider kommt diese Bürgschaft nicht den Bürgern dieses Staates zugute, sondern sichert nur das Risiko der Kapitalmärkte.

II. Wenn sich ein Staat bei seinen Bürgern Geld leiht, geht die Forderung an die nächste Generation über. Wenn er sich Geld bei anonymen Kapitalmärkten leiht, liefert er sich über Generationen hinweg diesen aus, oder? – G.Fuchs am 19.08.2011

Antwort

Nein, das ist so nicht ganz korrekt. Ja, der Staat hat für viele Banken gebürgt, aber diese Banken verwalten ja auch das Ersparte von Tausenden Bürgern, insofern bürgt der Staat indirekt für unser Geld. Würde man die Bank nicht stützen, wäre im schlimmsten Fall das ganze Ersparte weg. Außerdem könnte eine zusammenstürzende Bank eine Kettenreaktion auslösen - und die gesamtwirtschaftlichen Kosten wären am Ende für alle noch viel schlimmer.

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Staatsverschuldung

Wenn der Staat sich bei seinen Bürgern für sinnvolle Investitionen verschuldet, d.h. wenn die nächste Generation 1 Mio. Euro mehr Staatsanleihen erbt und 1 Mio. Euro mehr Staatsschulden und zusätzlich eine neue Schule - wieso ist das schlechter als ohne Erbschaft und ohne Schule? [mehr ...]

Wenn der Staat sich bei seinen Bürgern für sinnvolle Investitionen verschuldet, d.h. wenn die nächste Generation 1 Mio. Euro mehr Staatsanleihen erbt und 1 Mio. Euro mehr Staatsschulden und zusätzlich eine neue Schule - wieso ist das schlechter als ohne Erbschaft und ohne Schule?
H. Coqui am 31.5.2011

Antwort

In der Tat, Verschuldung ist kein großes Problem, solange der Verschuldung gute Vermögenswerte gegenüber stehen – in diesem Falle also die Schule. Dennoch sollte es ein Staat stets vorziehen, Schulen und andere Projekte - wenn möglich - aus laufenden Steuereinnahmen zu finanzieren, und zwar aus verschiedenen Gründen:

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Staatsverschuldung

Aus der Lektion Staatsverschuldung bleibt für mich folgende Frage offen: Inwiefern ist eine Rückzahlung der gigantischen Kreditbeträge ein realistisches Ziel, resp. wieso werden unglaubliche Geldmengen verliehen, auf die die Kreditoren zwar Zinsen kassieren, deren eigentlicher Rückfluss aber mehr als zweifelhaft erscheint? [mehr ...]

Aus der Lektion Staatsverschuldung bleibt für mich folgende Frage offen: Generell drängt sich der Eindruck auf, dass die Staaten untereinander mit astronomischen Summen verschuldet sind. In der Lektion wird allerdings lediglich über die allein schon äußerst problematische Begleichung der Zinszahlungen gesprochen.
Inwiefern ist eine Rückzahlung der gigantischen Kreditbeträge selber aber eigentlich ein realistisches, soll heißen überhaupt mögliches Ziel, resp. wieso werden unglaubliche Geldmengen verliehen, auf die die Kreditoren zwar Zinsen kassieren, deren eigentlicher Rückfluss aber mehr als zweifelhaft erscheint? – C. Ludwig am 5.5.2011

Antwort:

Sie haben recht, die Verschuldung der Staaten wächst immer weiter statt dass sie abgebaut wird. Doch das ist nur die Gesamtsicht: Staatsverschuldung basiert immer auf Tausenden von Kreditverträgen über „kleinere“ Summen von oft wenigen tausend Euro, die zu einem bestimmten Zinssatz verzinst werden und eine bestimmte Laufzeit haben.

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Zentralbank

Was wäre, wenn wir nur noch bargeldlos zahlen? Wäre der Staat der Verlierer? Wie könnte die Zentralbank ihre Kernaufgabe als Hüterin der Währung wahrnehmen? [mehr ...]

Lektion 8 - Zentralbank. Sie legen dar, daß das Bargeldmonopol ein gutes Geschäft ist und dass hohe Geldschöpfungsgewinne entstehen, die die Zentralbank an den Staat weiterreicht.

Es ist nun aber doch so, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr immer mehr zunimmt. In Ihrem Beispiel zeigen Sie, daß Kreditgewährung durch Geschäftsbanken zur Entstehung von (Giral-)Geld führt. Wenn man jetzt annimmt, dass kein Kredit aufgenommen wird, sondern ein Kunde A seinen Lohn auf sein Girokonto überwiesen bekommt und davon seine Lebenshaltungskosten bargeldlos begleicht: Ist das nicht nur eine Verschiebung von Giralgeld von einem Konto auf das andere, von einer Bank zur anderen (von Gewinnen abgesehen, die die Geschäftsbank dadurch hat, dass der überwiesene Betrag vom Konto A bereits abgebucht, aber dem Empfängerkonto noch nicht gutgeschrieben ist)? Was wäre, wenn wir nur noch bargeldlos zahlen? Wäre der Staat der Verlierer? Wie könnte die Zentralbank ihre Kernaufgabe als Hüterin der Währung wahrnehmen? – M. Fierus am 11.3.2011

Antwort:

Die Schöpfung von Giralgeld funktioniert zwar nach einem anderen Prinzip als die von Bargeld, dennoch wird sie von der Zentralbank überwacht und gestaltet. Die Zentralbank verleiht neu geschaffenes Zentralbankgeld an Geschäftsbanken und kassiert dafür Zinsen, die in den Gewinn einfließen, den sie am Ende des Jahres an den Finanzminister überweist.

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Staatsverschuldung

Ist die Neuverschuldung des Staates, die zur Zeit ca. € 3.000.- pro Sekunde beträgt, selbst bei hundertprozentiger Vollbeschäftigung zurückzufahren auf null? [mehr ...]

Ist die Neuverschuldung des Staates, die zur Zeit ca. € 3.000.- pro Sekunde beträgt, selbst bei hundertprozentiger Vollbeschäftigung zurückzufahren auf null? – P. Kayser am 6.2.2011

Antwort:

Generell gilt, dass Neuverschuldung und Arbeitslosigkeit meist zur gleichen Zeit steigen und fallen, da beide eng mit der konjunkturellen Lage zusammenhängen und ein Merkmal wirtschaftlicher Abschwünge sind. Insofern sollte man annehmen, dass die öffentlichen Haushalte ohne neue Schulden auskommen würden, wenn es einmal keine Arbeitslosigkeit mehr gäbe.

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Lohnpolitik

Ist eine Quasi-Vollbeschäftigung möglich? Welche Voraussetzungen müssten dafür geschaffen werden? Und ist eine Vollbeschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht wünschenswert? [mehr ...]

Ist eine Quasi-Vollbeschäftigung (Arbeitslosigkeit bei 1-3 %) möglich?
Welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden, um eine (beinahende) Vollbeschäftigung zu erreichen? Und ist eine Vollbeschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht wünschenswert? – S. Kayser am 27.1.2011

Antwort:

Im letzten Jahrhundert gab es einige Perioden, in denen eine so niedrige Arbeitslosigkeit vorherrschte – etwa in den USA in den frühen 50er Jahren oder in (West-)Deutschland in den frühen 60ern. Insofern ist bewiesen, dass es durchaus möglich ist. Insgesamt scheint es, dass Vollbeschäftigung auch heute sicher nicht unmöglich, aber angesichts von Globalisierung und technischem Fortschritt wohl deutlich schwieriger zu erreichen.

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Staatsverschuldung

Wenn die Rechnungslegung des deutschen Staates neben den Schulden auch das Vermögen auswiese, würde dann immer noch eine Überschuldung festgestellt? [mehr ...]

Wenn die Rechnungslegung des deutschen Staates neben den Schulden auch das Vermögen auswiese, würde dann immer noch eine Überschuldung festgestellt? Gibt es solche Ansätze einer doppischen Rechnungslegung für Staaten in der volkswirtschaftlichen Theorie? – A. Hauk am 16.1.2011

Antwort:

Wer heutzutage die Schuldenlast verschiedener Staaten – oder Bundesländer – miteinander vergleicht, schaut meist auf das Verhältnis von Schuldenstand und Wirtschaftsleistung. Doch Sie haben recht – dieses Vorgehen lässt völlig außer Acht, welche Vermögenswerte den Schulden gegenüberstehen. Einem Land, das viele intakte Bürogebäude, Schulen und Straßen besitzt, sollte aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht ein höherer Schuldenstand erlaubt sein als einem Land mit maroder Infrastruktur.

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Schuldenfalle

In letzter Zeit habe ich mehrfach gelesen, dass der Staat beim Verkauf von Geldmarktpapieren einen negativen Zins erzielt hat. Wenn dieser Trend anhält und das BIP weiterhin steigt, kommt dann Deutschland aus der Schuldenfalle? [mehr ...]

Ich habe eine Frage zur Lektion 6 (Staatsverschuldung). Es heißt, der Staat gerät in die Schuldenfalle, wenn der Zinssatz auf die Staatsschuld höher ist als die Wachstumsrate des nominalen BIP. Dies sei in Deutrschland seit den achtziger Jahren der Fall. In letzter Zeit habe ich mehrfach gelesen, dass der Staat beim Verkauf von Geldmarktpapieren einen negativen Zins erzielt hat. Wenn dieser Trend anhält und das BIP weiterhin steigt, kommt dann Deutschland aus der Schuldenfalle? – O. Herrmann am 19.11.2012

Antwort

Ja, in der Tat, wenn die Zinsen negativ sind, das Wachstum aber positiv, dann verringert sich die Schuldenquote (also das Verhältnis von Staatsschuld zu BIP) von alleine und Deutschland kommt aus der Schuldenfalle. Voraussetzung ist natürlich, dass keine zusätzlichen Schulden aufgenommen werden - oder zumindest nur wenige. Aber tatsächlich wird die Nettoneuverschuldung von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen zusammen im nächsten Jahr wahrscheinlich bei ungefähr null liegen.

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Wohlstand

In Lektion 24 heißt es, dass Sparen und Investition zu mehr Wohlstand führt. Welche Auswirkungen hat der Handel des großen Kapitals mit CDS-Papieren und anderen Derivaten ohne jeden reellen Gegenwert für den Wohlstand der Menschen in den entwickelten und unterentwickelten Ländern? [mehr ...]

In Lektion 24 heißt es, dass Sparen und Investition zu mehr Wohlstand führt. Die USA und England haben nicht in ihre Produktivität investiert, sondern mit der Deregulierung der Finanzmärkte die Welt mit Dollar geflutet. Welche Auswirkungen hat der Handel des großen Kapitals mit CDS-Papieren und anderen Derivaten ohne jeden reellen Gegenwert für den Wohlstand der Menschen in den entwickelten und unterentwickelten Ländern? Wodurch erlangt der Dollar eine Kaufkraft? – J. Faltlhauser am 23.2.2012

Antwort

Grundsätzlich hat ein funktionierender Kapitalmarkt eine lebenswichtige Funktion für eine Ökonomie, und viele Innovationen der Finanzbranche aus den vergangenen Jahrzehnten sind sicher auch ein Grund für den - trotz aller Krisen - lange Jahre anhaltenden Wohlstandszuwachs in weiten Teilen der Welt. Der Sinn von Derivaten und CDS ist eigentlich nicht das Herumzocken, sondern das Versichern. Jedoch, und da haben Sie natürlich recht, hat es hier Exzesse und spekulative Blasen gegeben, die immer irgendwann platzen müssen - was ja auch 2008/2009 passiert ist.

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Staatsschuldenkrise

Was macht die EZB mit den gekauften Staatsanleihen, wenn die Euro-Krise überwunden ist? [mehr ...]

Nehmen wir an, die Eurokrise ist gemeistert. Was macht die EZB mit den von ihr aufgekauften Staatsanleihen? Entweder sie hält bis sie abgelaufen sind und kassiert die Zinsen, oder – und das ist meine Frage – könnte sie die Anleihen frühzeitig abstoßen? Liegt hier die Kritik an den Staatsanleihenkäufen z. B. von Jens Weidmann? – O. Bogazköy am 27.12.2011

Antwort

Die Geschäftsbanken kaufen zurzeit nur noch sehr ungern Staatsanleihen auf, was dazu führt, dass die Euro-Staaten nur noch zu horrenden Zinsen Abnehmer für ihre Schuldverschreibungen finden. Um hier zu helfen und die Zinsen wieder zu drücken, haben sich einige Zentralbanken (darunter auch die Europäische Zentralbank in Frankfurt) dazu entschlossen, selbst Staatsanleihen aufzukaufen. Ob die Zentralbank die aufgekauften Staatsanleihen dann später an andere Markteilnehmer verkauft oder ob sie sie auslaufen lässt, ist eigentlich unwichtig. In beiden Fällen entzieht sie den Märkten das Zentralbankgeld, das sie vorher hineingepumpt hatte, auf diese Weise wieder. Viele Ökonomen warnen, dass die Zentralbank nicht zu spät anfangen sollte, die Staatsanleihen wieder zu verkaufen, da es sonst zu Inflation kommen könnte.

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Zentralbank

Wie verändern folgende Maßnahmen die Inflation – steigt oder fällt sie wenn: 1) die EZB die Leitzinsen erhöht, 2) der Staat die Bautätigkeit reduziert, 3) hohe Lohnabschlüsse getätigt werden, 4) die EZB expansive Geldpolitik betreibt? [mehr ...]

Wie verändern folgende Maßnahmen die Inflation – steigt oder fällt sie wenn: 1) die EZB die Leitzinsen erhöht, 2) der Staat die Bautätigkeit reduziert, 3) hohe Lohnabschlüsse getätigt werden, 4) die EZB expansive Geldpolitik betreibt? – Anonym am 6.11.2011

Antwort

Wenn die Zentralbank die Leitzinsen erhöht, tut sie das ja meistens, um eine vorhandene oder drohende Inflationssteigerung (und/oder eine Überhitzung der Konjunktur) zu bekämpfen. Denn die Leitzinsen sind ja nichts weiter als der Preis neuen Geldes. Und wenn das neue Geld für die Geschäftsbanken teurer wird, wollen sie davon weniger haben, also kommt weniger neues Geld im Umlauf als sonst und das Preisniveau kann sich stabilisieren.

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Staatsverschuldung

Die Bundes/Landes-Regierungen nehmen laufend Kredite für ihre Haushalte auf. Wenn diese dann fällig werden, nehmen sie zur Rückzahlung einfach wieder neue Kredite auf. Wo das hinführt, sieht man ja jetzt bei Griechenland. Wie lange kann das mit Deutschland noch gut gehen? [mehr ...]

Die Bundes/Landes-Regierungen - die Finanzminister - nehmen laufend Kredite für ihre Haushalte auf. Wenn diese dann fällig werden nehmen sie zur Rückzahlung einfach wieder neue Kredite auf. Das ist doch dann ein Schneeballsystem?

Vom Gericht wird doch ein Bürger, der so etwas inszeniert verurteilt. Die Politiker machen das aber ohne dass sie die Verantwortung übernehmen können/müssen. Wo das hinführt sieht man ja jetzt bei Griechenland. Wie lange kann das mit Deutschland noch gut gehen?
Kann ein Bundes/Landeshaushalt nicht so geführt werden wie ein Privat-Haushalt: Einkommen ./. Ausgaben, der Rest wird gespart für "schlechte Zeiten"? Man kann doch längerfristig nicht mehr ausgeben als man einnimmt. – G. Tröndle am 29.6.2011

Antwort

Bei welcher Höhe die Schuldenlast zu einer Krise wie in Griechenland werden kann, hängt sehr vom Land ab: So wird zumindest Deutschland auch weiterhin keine Probleme haben, zu günstigen Konditionen neue Kredite von Menschen, Banken und Versicherungen zu bekommen - obwohl der Schuldenstand ähnlich hoch ist wie in den Krisenstaaten. Denn es gibt zurzeit kaum eine sicherere Investition als die in die boomende viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Außerdem besteht ja auch ein großer Bedarf der weltweiten Anleger an Investitionsmöglichkeiten: Wir alle sparen einen großen Teil unserer Einkünfte und möchten ihn gewinnbringend anlegen. Wäre der Staat kein dankbarer Abnehmer dafür, müssten wir das Geld in riskante Firmen stecken.

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Freier Handel

Hoch entwickelte Länder können viele Produkte viel preiswerter herstellen als es die „unterentwickelten“ Länder können. Ist es deshalb nicht sinnvoll, wenn die „unterentwickelten“ Länder erstmal einen Zeit lang ihre heimischen, sich gerade entwickelnden Industrien mit Schutzzöllen vor den billiger produzierenden Industriestaaten schützen, bis sie auf dem gleichen Level sind? [mehr ...]

Freier Handel: Nützlich für alle? In den Lehrbüchern der Ökonomie lesen wir, dass freier Handel zwischen den Nationen allen nützt.
Ist das wirklich so? Ich meine: nicht unbedingt.

Freier Handel zwischen Ländern, die auf ungefähr dem gleichen wirtschaftlichen und technologischen Niveau stehen (z.B. Deutschland, Frankreich, USA, Japan usw.) ist sicherlich für die betreffenden Länder zum gegenseitigen Vorteil. Wenn aber reiche, hoch entwickelte Länder mit ärmeren „unterentwickelten“ Ländern Freihandel betreiben, kann das zum Nachteil der ärmeren Länder ausgehen. Wir haben z.B. die Situation, dass europäische Länder hier „überflüssige“ hoch subventionierte Lebensmittel in arme afrikanische Länder exportieren. Das hat zur Folge, dass dort in den armen Ländern die heimische Landwirtschaft nicht mehr konkurrenzfähig ist. Die Bauern dort verlieren ihre Existenz. Hoch entwickelte Länder können viele Produkte viel preiswerter herstellen als es die „unterentwickelten“ Länder können. Ist es deshalb nicht sinnvoll, wenn die „unterentwickelten“ Länder sich erstmal einen Zeit lang protektionistisch verhalten und ihre heimischen, sich gerade entwickelnden Industrien mit Schutzzöllen vor den billiger produzierenden Industriestaaten schützen bis sie auf dem gleichen Level sind? In 19. Jahrhundert haben sich England und die USA so verhalten. Im 20. Jahrhundert Japan und bis heute verhält sich China noch immer protektionistisch. Mit Erfolg! – U. Buchholtz am 23.5.2011

Antwort:

Dass die Industrieländer ihre eigene Überschussproduktion mit Hilfe von Subventionen billig genug für den Weltmarkt machen, zerstört die Chancen der Entwicklungsländer. Mit freiem Handel hat dieses Verhalten der EU und der USA jedoch wenig zu tun, denn Subventionen sind nach der Theorie genauso gefährlich für den Handel wie Einfuhrzölle. Die Industrieländer sollten daher schnellstmöglich aufhören, mit ihrer teuren und überdimensionierten Agrarproduktion den Welthandel zu verzerren.

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Der Euro

Wird der EU-Rettungsschirm nicht über kurz oder lang den wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch aller Mitgliedsländer zur Folge haben? Wie könnte ein Verstoß gegen die gemeinsamen EU-Spielregeln geahndet werden? [mehr ...]

Meine Frage bezieht sich auf Lektion 13 "Währung auf Bewährung."
Die Europäische Union hatte ursprünglich die klare Position, dass Ländern, die nicht für solide Staatsfinanzen sorgen, nicht geholfen wird und jeglicher Geldtransfer ausgeschlossen ist. Inzwischen wurde die No-Bail-out-Klausel aufgegeben und ein EU-Rettungsschirm für Länder (Griechenland, Irland) etabliert, die ihre übermäßige Verschuldung durch leichtfertiges Verhalten und mangelnde Disziplin selbst zu verantworten haben. Es ist zu erwarten, dass Griechenland längerfristig für die EU ein Fass ohne Boden sein wird, das sich für die anderen EU-Länder als eine unzumutbare Belastung erweisen wird. Überdies ist zu erwarten, dass sich auch immer mehr EU-Länder (Spanien, Portugal, Italien...) unter den segensreichen Rettungsschirm flüchten werden. Deutschland und Frankreich, die Haupt-"Geberländer", die selbst hoch verschuldet sind, werden längerfristig nicht in der Lage sein, angesichts der zu erwartenden immer größeren Begehrlichkeiten immer neue größere Schirme aufzuspannen. Wird dies nicht über kurz oder lang den wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch aller EU-Mitgliedsländer zur Folge haben - von den innenpolitischen Folgen (mangelnde Akzeptanz durch die Bevölkerung der EU-Länder) einmal abgesehen? Wie könnte ein Verstoß gegen die gemeinsamen EU-Spielregeln geahndet werden? Doch wohl nur durch einen zwangsläufig vollzogenen Austritt aus dem EU-Raum, der bisher nicht vorgesehen ist aber im Interesse des Fortbestands der EU unbedingt vorgesehen werden sollte. – E. v. Saurma-Jeltsch am 30.3.2011

Antwort:

Es ist nicht gesagt, dass der Rettungsschirm für die Geberländer im Endeffekt ein Minusgeschäft ist. Schließlich gehören die in Schieflage geratenen EU-Länder auch zu den wichtigsten Kunden unserer Wirtschaft. Ließe man sie fallen, würde man der deutschen Wirtschaft viele Absatzmärkte nehmen.

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Globalisierung

Wieso kommt es durch das Anwachsen des Kapitalstocks und damit der Produktivität in Tiefland nicht nur zu einer Verlagerung, sondern steigt der Wohlstand insgesamt überproportional? [mehr ...]

Sie haben gezeigt, daß es im Zuge der Globalisierung durch freien Kapitalverkehr zu einer Kapitalverlagerung hin zu hohen Zinsen kommt, in Ihrem Modell nach Tiefland.
Wieso kommt es durch das Anwachsen des Kapitalstocks und damit der Produktivität in Tiefland nicht nur zu einer Verlagerung, sondern steigt der Wohlstand insgesamt überproportional? – Dr. M. Fierus am 7.2.2011

Antwort:

Dass die Weltproduktion, und damit der „Weltwohlstand“, durch diese Verlagerung zunimmt, liegt an der folgenden Überlegung: Wir Volkswirte gehen davon aus, dass die zusätzliche Wertschöpfung, die durch einen größeren Kapitalstock möglich ist, immer kleiner wird, je größer der Kapitalstock bereits ist. Wir nennen das abnehmende Grenzproduktivität.

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Lohnpolitik

Ist nicht die Faktorallokation entscheidend für die (Arbeits-)Produktivität und die Verhandlungsmacht der Arbeiter entscheidend für die Lohnhöhe? [mehr ...]

Ist nicht die Faktorallokation entscheidend für die (Arbeits-)Produktivität und die Verhandlungsmacht der Arbeiter entscheidend für die Lohnhöhe? – O. Dewel am 1.2.2011

Antwort:

Ja, die Arbeitsproduktivität eines Unternehmens oder einer ganzen Volkswirtschaft wird auch durch die Faktorallokation bestimmt. Wie viel also ein einzelner Arbeitnehmer im Schnitt produzieren kann (nichts anderes besagt ja die Arbeitsproduktivität), hängt davon ab, wie viele der anderen Input-Faktoren gleichzeitig verwendet werden. Gleichzeitig beeinflusst aber natürlich auch der Bildungsgrad und der technische Fortschritt die Produktivität der Arbeitnehmer.

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Inflation

Warum kann die Notenbank nicht einfach neues Geld drucken lassen, beispielsweise für ein Konjunkturprogramm? Wie genau funktioniert das dann mit der Inflation? [mehr ...]

Warum kann die Notenbank nicht einfach neues Geld drucken lassen, beispielsweise für ein Konjunkturprogramm? Wie genau funktioniert das dann mit der Inflation? – G. Salmen am 20.1.2011

Antwort:

Für Notenbanken ist es in der Tat stets sehr verlockend, einfach neues Geld zu erzeugen, das es vorher noch nicht gab – und damit Konjunkturprogramme zu bezahlen und Staatsschulden zu tilgen. Tun sie es behutsam und in eher geringem Maße, können sie damit tatsächlich dazu beitragen, Ökonomien aus der Krise zu helfen.

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