Akademie-Brief ÖKONOMIE

Inflation

10. Juni 2011

Liebe Akademie-Teilnehmer,

im neuen ZEIT Akademie-Brief Ökonomie informieren wir Sie mit aktuellen Artikeln rund um die Themen des Ökonomie-Seminars und sind gespannt auf Ihre Meinung zu unserer heutigen Umfrage.

Ihr
Matthias Naß
Wissenschaftlicher Leiter der ZEIT Akademie

Aktuell: Inflation

Wie gefährlich wird die steigende Inflation? Für Ökonomen in der ganzen Welt ist das zurzeit die entscheidende Frage. In Deutschland liegen die Preise zurzeit mehr als zwei Prozent über denen im letzten Jahr. Zwei Prozent gilt als die Grenze, ab der eine Preisspirale - und damit möglicherweise eine Hyperinflation ihren Lauf nimmt, wie sie Deutschland 1923 erlebt hat. Um die Preissteigerung zu stoppen, können die Zentralbanken den Preis von neu geschöpftem Geld (den Leitzins) erhöhen: Genau das tat die Europäische Zentralbank Anfang April.

Doch ein höherer Leitzins verteuert Kredite, engt die Firmen ein und kann zu mehr Arbeitslosigkeit führen. Aus diesem Grund schreckt die amerikanische Federal Reserve noch vor diesem Schritt zurück: Hier können sich die Banken noch praktisch umsonst neues Geld leihen.

Lesen Sie dazu aktuelle Artikel aus ZEIT und Handelsblatt:

ZEIT ONLINE: Die Entwertung
Handelsblatt: Vater der EZB-Strategie sieht sich bestätigt

Literatur zum Thema

Inflation - Die überschätzte Gefahr im Euroraum
Silke Tober und Till van Treeck
Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), 2011.

Die ruhigen Zeiten sind vorbei
Institut der deutschen Wirtschaft, 2011.

Inflation 1923: Die Stunde der Spekulanten
Ralf Berhorst
Geo Epoche, 2010.

Expertenforum: Im Dialog mit den Experten

Frage:
Wenn der Staat sich bei seinen Bürgern für sinnvolle Investitionen verschuldet, das heißt wenn die nächste Generation eine Million Euro mehr Staatsanleihen und eine Million Euro mehr Staatsschulden erbt und zusätzlich eine neue Schule - wieso ist das schlechter als ohne Erbschaft und ohne Schule?

Antwort:
"Ein Staat sollte es stets vorziehen, Schulen und andere Projekte - wenn möglich - aus laufenden Steuereinnahmen zu finanzieren, und zwar aus den folgenden Gründen:

Die aufgenommenen Kredite muss der Staat nicht nur zurückzahlen, sondern auch verzinsen. Die Gesamtkosten sind also höher. Vererbt wird darüber hinaus zwar tatsächlich beides (die Schulden und das Guthaben), doch nicht an dieselben Personen. Die Staatsschuld wird quasi an alle Einwohner vererbt (und muss von allen gleichsam über Steuern zurückgezahlt werden), das Guthaben erben aber nur diejenigen, deren Eltern Staatsanleihen gezeichnet hatten. Außerdem: Wenn der Staat sich Geld bei den Menschen leiht, haben die nicht mehr so viel Geld, das sie den Firmen leihen können. Letztere bekommen also möglicherweise kein Geld für nötige Investitionen."

Die ausführliche Antwort finden Sie im ZEIT Akademie Expertenforum.

Umfrage: Was sagen Sie?

Wie gefährlich sind Staatsschulden - für unseren Wohlstand, für unsere Zukunft, für die Einheit Europas? Und was sollte die Politik tun?
Die öffentlichen Haushalte sollten nicht mehr ausgeben dürfen, als sie einnehmen. Die Altschulden müssen jetzt abgebaut werden.
32%
Um Krisen bewältigen zu können, müssen Staatsschulden jederzeit möglich sein – aber immer im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung.
62%
Staatsschulden haben auch Vorteile, denn sie dienen uns als sichere Anlageform für Renten und Vermögen.
6%
Gesamtstimmen: 68

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