Akademie-Brief LITERATUR

Umberto Eco

Liebe Akademie-Teilnehmer,

mit diesem Akademie-Brief senden wir Ihnen weiterführende Informationen und Literaturhinweise: Diesmal steht die Beschäftigung des Weltliteraten Umberto Eco mit der Semiotik, der Zeichenlehre, im Fokus. Ich hoffe, Sie hatten bei der Lektüre der vorangegangenen Briefe viel Spaß und konnten für sich interessante Informationen daraus mitnehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr
Matthias Naß
Wissenschaftlicher Leiter der ZEIT Akademie

Umberto Eco: Den Zeichen auf der Spur

„Whatʻs in a name? That which we call a rose
By any other name would smell as sweet.“

Diese Worte legt Shakespeare seiner Julia in den Mund (Romeo und Julia, II, ii, 1–2). Nicht durch die Benennung einer Sache als „Rose“ duftet diese süß. Und die Rose als Gegenstand würde diese Eigenschaft als süß duftend nicht verlieren, wenn man ihren Namen änderte. Ohne Namen, also die Benennung von Dingen nach bestimmten Schemata, findet jedoch keine Orientierung in der Welt statt.

Dennoch muss in Betracht gezogen werden, dass Menschen bei der Kommunikation auf einen oft sehr unterschiedlichen Zeichenvorrat zurückgreifen. Die Semiotik, die Lehre der Entstehung und des Gebrauchs von Zeichen, wehrt sich daher gegen eine Festsetzung bestimmter Eigenschaften und Zeichen. Diese bedürfen immer einer Interpretation und werden von den Lebensumständen und Erfahrungen des Absenders bestimmt.

In Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ deutet auch William von Baskerville Zeichen und Worte. Jedoch kommt er zu spät: die Bibliothek, der Speicher all der Worte, all des Wissens, verbrennt. Für Eco selbst muss dies die schlimmste Vorstellung eines apokalyptischen Endzeitszenarios sein: Er gilt als Büchernarr mit einer eigenen Sammlung im fünfstelligen Bereich.

Lesen Sie mehr über Umberto Eco auf ZEIT ONLINE:

Umberto Eco über die Kunst des Bücherliebens
Eco über sich selbst zum 75. Geburtstag

Literatur zum Thema

„Trivial- und Eliteliteratur in den Romanen von Umberto Eco"
Alessia Angiolini
Romanistischer Verlag, 2008

„Gespräche mit Umberto Eco"
Thomas Stauder, Umberto Eco
Lit Verlag, 2004

„Wussten Sie schon, dass..."

...Umberto Eco einen amüsanten Kommentar zur Suche nach Sex im Internet verfasst hat?

In „Die Chronik einer sündigen Nacht“ berichtet Eco über seine ,verzweifelteʻ Suche nach pornographischen Seiten im Internet und das Scheitern dieses Vorhabens. Er schließt mit den Worten: „Ich legte mich schlafen und träumte von friedlichen Schafherden, Engeln und sanftmütigen Einhörnern.“

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