Akademie-Brief LITERATUR

Max Frisch

Liebe Akademie-Teilnehmer,

in dem aktuellen Akademie-Brief befassen wir uns mit Werk und Leben von Max Frisch.

Haben Sie Fragen zu dieser oder einer anderen Vorlesung? Wenden Sie sich gerne an das Expertenforum Literatur. Dort beantworten die Akademie-Experten Ihre Fragen zum Seminar.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit dem Akademie-Brief Literatur.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr
Matthias Naß
Wissenschaftlicher Leiter der ZEIT Akademie

Max Frisch und die Frauen

Neben Fragen um die Identität steht im Werk von Max Frisch ein Thema an zentraler Stelle: die Schuld an der Frau. In der Erzählung „Montauk“ beleuchtet Frisch beispielsweise diese Schuld aus verschiedenen Blickwinkeln, indem er den Protagonisten in verschiedenen Situationen des Schuldigmachens zeigt: als Sohn, der nicht für seine sterbende Mutter da ist oder als Vater, der nach der Scheidung seine Töchter allein lässt.

Auch andere Werke wie „Andorra“ und „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“ lassen eine Lesart zu, bei der das Verhältnis zu den Frauenfiguren im Fokus steht und dieses auf unterschiedliche Weise beleuchtet wird. Nicht selten werden in den verschiedenen Frauenfiguren – und dem Verhältnis der männlichen Protagonisten zu ihnen – Analogien zur Beziehung zwischen Max Frisch und Ingeborg Bachmann hergestellt. Vor allem im Roman „Mein Name sei Gantenbein“, der im ZEIT Akademie-Seminar behandelt wird, arbeitet Frisch die Erfahrungen dieser Beziehung auf.

Doch Max Frisch, der in diesem Jahr einhundert Jahre alt geworden wäre, steht nicht nur für die literarische Aufarbeitung schwieriger zwischenmenschlicher Beziehungen: Seine Tagebücher und die als Tagebuch angelegten fiktionalen Texte wie der Roman „Stiller“ zeigen selbstkritische Reflexionsprozesse, in welchen das Individuum nicht nur sich selbst in der Welt sucht, sondern diese auch kritisch kommentiert.

Lesen Sie auf ZEIT ONLINE weitere Artikel über Max Frisch:

Das Prinzip Frisch: ein Nachruf
Zum 100. Geburtstag von Max Frisch

Literatur zum Thema

„Max Frisch"
Andreas B. Kilcher
Suhrkamp, 2011

„Max Frisch lesen. Lesewege
– Lesezeichen zum literarischen Werk"
Michael Gans, Harald Vogel
Schneider Verlag, 2010

„Max Frisch. Sein Leben, seine Bücher"
Volker Weidermann
Kiepenheuer & Witsch, 2010

„Wussten Sie schon, dass...“

...es eine kontroverse Diskussion um ein Tagebuch Max Frischs gab?

Ein bislang unbekanntes Tagebuch von Frisch wurde in den Unterlagen von dessen Sekretärin gefunden. Die Veröffentlichung dieses Tagebuchs wurde von der Presse kontrovers diskutiert.

Lesen Sie mehr dazu auf ZEIT ONLINE
oder schauen Sie das zugehörige Video

Expertenforum: Im Dialog mit den Experten

Hier veröffentlichen wir regelmäßig interessante Leserfragen sowie die Antwort unserer Experten.

Frage:
Was bringt es mir, die näheren Lebensumstände eines Schriftstellers zu kennen, etwa die Liebesaffären von Max Frisch?

Antwort:
Ein Autor wird nicht nur aufgrund seiner Bücher zum Gesprächsstoff, sondern auch aufgrund seiner Lebensweise. Es gehört zu den Ritualen des Betriebs, eben jenen Klatsch und Tratsch in den literarischen Texten eines Autors wiederentdecken zu wollen. Umgekehrt gehört es zu den Ritualen der Literaturwissenschaft, Lesern diese Identifikationsversuche auszureden.

Die ausführliche Antwort finden Sie im ZEIT Akademie Expertenforum.

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