Wäre es im Sinne der Generationengerechtigkeit nicht eine gute Idee, einen bestimmten Prozentsatz der Staatsverschuldung nur im Inland aufzunehmen, damit spätere Generationen zumindest von den Zinseinnahmen profitieren? Sozusagen eine Inlands-Quote? – G. Brandt am 7.11.2011
Antwort
In der Tat – man schätzt, dass ungefähr die Hälfte der deutschen Staatsanleihen nicht im Besitz von Deutschen sind. Insofern werden die künftigen Zinseinnahmen tatsächlich aus Deutschland abfließen. Trotzdem ist Ihr Vorschlag nicht uneingeschränkt zu befürworten: Denn erstens besitzen die Deutschen selbst Hunderte Milliarden an ausländischen Staatsanleihen und kassieren dafür Zinsen, so dass der Saldo insgesamt eher zu Gunsten der deutschen Anleger ausfallen dürfte. (Entsprechende Sorgen sollten sich also eher Staaten mit einer negativen Bilanz machen.)
Zweitens müsste es im Sinne der Generationengerechtigkeit doch vorrangiges Ziel sein, so niedrige Zinsen wie nur irgendmöglich zahlen zu müssen, um künftigen Politikern nicht einen noch größeren Schuldenberg zu vererben. Dafür jedoch sollte man investitionsbereite Ausländer besser nicht vom Kauf ausschließen.
Und drittens sollte derzeit jedes Kind seinen Eltern grundsätzlich abraten, in deutsche Staatsanleihen zu investieren: Die Zinsen etwa für Staatsanleihen mit fünfjähriger Laufzeit sind so niedrig, dass sie unter der Inflationsrate liegen - wer sie kauft, vernichtet demnach sogar einen Teil des späteren Erbes, denn er muss dem Staat quasi etwas dafür bezahlen, dass er fünf Jahre auf das Erbe für seine Kinder aufpasst.
Mit freundlichen Grüßen,
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